Edle Möbel vom "Holzknock"

Tropenholz muss nicht sein. Das sagt Christian Herbst, der seit vier Jahren eine kleine Schreinerei in Schnebes betreibt. Er legt Wert auf Nachhaltigkeit und klares Design.

Frankenpost Hof, 24.12.2015

Presseck - Holz ist für Christian Herbst nicht nur Beruf, sondern eine Leidenschaft. Von der Fällung eines Baumes bis hin zum fertigen Tisch. Seit vier Jahren betreibt Herbst im Pressecker Ortsteil Schnebes eine Möbelmanufaktur. "Der Holzknock." Ökologisch und nachhaltig. Nur Massivholz, gewachst oder geölt - und wenn lackiert, dann nur lösungsmittelfrei. Das Holz stammt aus heimischen Wäldern. Tropenholz ist für Christian Herbst tabu. "Wir haben in Mitteleuropa selbst Hölzer gleicher Qualität und Schönheit", sagt er. Sein Konzept ist erfolgreich - auch wirtschaftlich.

Mit Fichte kann man im Möbelbau wenig anfangen."

Schreiner Christian Herbst

Ökologie und Nachhaltigkeit sieht Christian Herbst aber nicht aus der ideologischen Warte. Er ist auch kein Nostalgiker. Er weiß altes Handwerk wohl zu schätzen, nutzt aber auch die Vorteile moderner Technik. Ein nur von Hand gesägtes Brett würde wohl nie die Präzision eines maschinell zugeschnittenen erreichen. Dazu braucht es allerdings auch spezielle, nicht gerade billige Maschinen. "Solche aus dem Baumarkt für den Heimwerker wären bei uns binnen kürzester Zeit ruiniert, zumindest aber nicht mehr exakt genug," sagt er.

In der vielleicht 50 Quadratmeter großen Werkstatt in Schnebes fällt eine große Kreissäge mit kugelgelagertem doppelten Präzisions-Schiebeschlitten auf. Diagonal gegenüber ein Abrichthobel, mit dem Bretter höchst exakt im rechten Winkel zugerichtet werden können. Gegenüber eine variabel einstellbare Fräse. Und neben den bis zwei Meter langen bärenstarken Spannzwingen fast verschämt an der Wand versteckt eine ehrwürdige Hobelbank - mit Vorder- und Hinter-Spannzange, einer seit Langem bewährten Vorrichtung zum Fixieren von Bauteilen; darüber der obligatorische Werkzeugschrank mit verschiedenen Handhobeln, Stecheisen und sonstigen Werkzeugen, die man für die Schreinerei braucht.

An der Hobelbank ist Nicole Schönstein beschäftigt. Die Hoferin studiert Möbeldesign und macht gerade ein studienbegleitendes Handwerkspraktikum bei Christian Herbst. Sie schleift Holzkästchen aus präzise verzinkten Teilen; hier ist nichts verschraubt. Sie schleift von Hand ein Stück feines Sandpapier über einen Schleifblock. Denn letztendlich wird jede Holzoberfläche mit der Hand geprüft und von Hand "gefinisht". Der Schliff mit einem Rüttler nach dem Glatthobeln war nur ein Zwischenschritt.

Wie der Meister selbst sind auch die Möbel nicht nostalgisch. Christian Herbst bevorzugt klare Formen, die auch eine praktische Funktion haben, obwohl er auch traditionelle Tische machen könnte mit aufwendigem Unterbau, an dem man sich dann ständig die Knie stößt. Dennoch steht die individuelle Vorstellung eines jeden Kunden im Vordergund eine Vorstellung, die man auch erst entwickeln kann. Neben ein paar Schaustücken nutzt Christian Herbst dann Elektronik - CAD, computer-aided design, computerunterstütztes Konstruieren. Damit kann er dem Kunden dreidimensionale, quasi reale Vorschläge anbieten und sie auch nach den jeweiligen Wünschen und Vorstellungen ändern.

Vor einiger Zeit ging es zum Beispiel um einen Esstisch für ein Ehepaar, "die Frau sehr klein, der Mann sehr groß. Auch dafür haben wir eine Lösung gefunden," erinnert sich Christian Herbst. Einzelheiten erzählt er nicht. Über Spezielles von Kunden wird nicht getratscht. Andere Kunden sind hingegen bereit, ihre neue Errungenschaft gerne herzuzeigen. Die Familie Müller in Hof hat sich ein komplettes Schlafzimmer der Marke Herbst machen lassen. Dabei ein dreiteiliger Kleiderschrank, innen beleuchtet, mit Schiebetüren, die mittlere fein symmetrisch gemasert aus dunklerem Holz. Der ist jetzt auf einem Flyer des "Holzknock" zu sehen. Mit den Müllers hat sich durch die gemeinsame Begeisterung für Holz inzwischen eine regelrechte Freundschaft entwickelt.

Das Ausgangsmaterial Holz braucht eine lange Vorbereitung. Nach dem Fällen des Baumes wird er in einem Sägewerk auf die jeweilige Stärke zugeschnitten. Die Bretter mit einer Feuchtigkeit von um die 40 Prozent trocknen zunächst ein Jahr im Freien, danach zwei bis drei Jahre in einer Halle, unter Umständen auch noch in einem elektronisch gesteuert beheizten Raum, bis es dann mit höchstens acht Prozent Feuchtigkeit erst weiter bearbeitet werden kann. Für Möbel ist Hartholz geeignet, wobei jede Holzart ihre individuellen Eigenschaften besitzt. "Mit Fichte kann man im Möbelbau wenig anfangen", erklärt Christian Herbst. Die ist viel zu weich und auch wenig haltbar.

Überhaupt hat jedes Holz und damit jedes Möbel bei Herbst eine Geschichte. Der Stumpf von dem Baum, aus dem die eine Kommode gemacht ist, wäre heute noch in Münchberg zu besichtigen, erklärt er. Und er berichtet von einem Ahorn. Fünf Meter sei der Stamm lang gewesen, und er erinnere sich heute noch daran, wie er sich mit dem Arbeiter im Sägewerk geplagt habe, als man den Stamm in anderthalb Zoll (fast vier Zentimeter) dicke Bretter gesägt hatte. Inzwischen steht das Resultat in Herbsts Laden in der Bürgerstraße 12 in Hof als Esstisch, 80 mal 180 Zentimeter mit zwei Sitzbänken: klares Design, massiv und stabil.

"Der Laden läuft gut," sagt Christian Herbst, "ist aber nur nach Vereinbarung geöffnet. Anruf genügt." Einige eher kleiner Stücke würden auch über einen Internet-Marktplatz angeboten und online bestellt. Aber das Gros der Kunden kommt über Mundpropaganda. Zufriedene Kunden bringen weitere.

Quelle: Frankenpost
Fotos: Klaus Klaschka

  • Der Holzknock
    Schreinerei für Möbel & Innenausbau
    Schnebes 10
    95355 Presseck

  • 09222/990482

    0177/3186829

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